selbstorganisierte medizinische Hilfe beim Protest gegen den G8-Gipfel
Die Sanitätsgruppe Südwest hat im Rahmen der Proteste gegen den G8-Gipfel selbstorganisierte notfall- und allgemeinmedizinische Hilfe in Form von mobilen Teams und Sanitätsstationen zur Verfügung gestellt.
Wir sind dabei ein Element des Widerstands und teilen die gemeinsamen Ziele des Protests. Eine Kontaktaufnahme mit öffentlichen Stellen kommt nur im Einzelfall und nur im absolut notwendigen Maß in Frage, beispielsweise dann, wenn Aktivistinnen oder Aktivisten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen oder trotz gesundheitlicher Probleme in polizeilichem Gewahrsam gehalten werden. Unser Einsatz und generell jegliche Behandlung durch Demosanitäterinnen und Demosanitäter ist selbstverständlich kostenlos und bedarf auch keiner Krankenversicherung.
Mit der auf der "dissent!"-Website verbreiteten Darstellung, die Sanitätsgruppe Südwest und "demosanitaeter.de" seien nicht Teil der "autonomen G8-Vorbereitung", wird durchaus zutreffend auf die Tatsache hingewiesen, dass es generell mehrere voneinander unabhängige selbstorganisierte Medizinstrukturen gibt und diese auch bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in unterschiedlicher Ausprägung unabhängig voneinander arbeiten werden.
Es werden im Bereich Heiligendamm und Rostock weitere Gruppen aktiv sein, die jedoch ausdrücklich darum gebeten haben, hier nicht genannt zu werden. Es bleibt uns daher nur übrig, allen Aktivistinnen und Aktivisten zu empfehlen, sich direkt vor Ort um entsprechende weitere Informationen zu bemühen.
Menschen, die uns durch Mitarbeit, Sach- oder Geldspenden unterstützen möchten, wenden sich bitte an die Rufnummer 0171 / 1560580.
Im jeweils genannten Zeitraum sind unsererseits folgende, ständig besetzte Stationen geplant:
und
Ferner unterstützen wir mit technischen Mitteln:
und weisen hin auf die Station
Wenn Du - sei es als Patientin, Patient, Helferin oder Helfer - ausserhalb der Camps medizinische Unterstützung benötigst, sieh Dich zunächst nach gekennzeichneten Demosanitäterinnen und Demosanitätern um. Um sie herbeizuholen, rufe mehrfach laut
"Sanitäter !"
ALLE Sanitäter reagieren auf diesen Begriff. Verkürze ihn nicht auf "Sani" - auch wenn Du das schon so gewohnt bist, gibt es dennoch zu viele Bezugsgruppen- und Personennamen, die auf "-anni" enden. Vielleicht musst Du auch jemanden zu den Demosanis schicken, wenn sie Deine Rufe im allgemeinen Lärm nicht hören können. Rufe aber auch dann, und zwar um so intensiver, wenn Du keine Sanitäterinnen oder Sanitäter sehen kannst - es sind auch gering oder gar nicht gekennzeichnete Genossinnen und Genossen unterwegs.
Führt dies nicht zum Erfolg und befindest Du Dich im Aktionssektor Bad Doberan, kannst Du Dich an die zentrale Rufnummer der Sanitätsgruppe Südwest wenden:
0171 / 1 560 580
Leider war es nicht möglich, eine gemeinsame Koordination aller Demosanitäterinnen und Demosanitäter im Bereich Heiligendamm einzurichten. Bei Hilfeersuchen an obige Rufnummer kann daher nicht garantiert werden, dass die der Notfallstelle tatsächlich am nächsten befindlichen Teams aktiviert werden oder generell schnell vor Ort sind.
In besonders ernsten Fällen, insbesondere bei Bewusstlosigkeit, starker Atemnot, starken Schmerzen oder schweren Verletzungen empfehlen wir, unverzüglich auch den öffentlichen Rettungsdienst hinzuzuziehen. Wenn eine intensivmedizinische Therapie erforderlich ist, können Demosanitäterinnen und Demosanitäter den Rettungsdienst je nach Ausbildung und Ausrüstung gar nicht oder zumindest nicht dauerhaft ersetzen.
Die bedauerliche Tatsache, dass der öffentliche Rettungsdienst gelegentlich in illegaler Weise Daten mit der Polizei austauscht, wird oft als Argument gegen eine Alarmierung genannt. Es ist durchaus Sache aller Aktivistinnen und Aktivisten, vor allem auch der Demosanitäterinnen und Demosanitäter, tatsächlich unnötigen Kontakt zu öffentlichen Stellen durch angemessene Maßnahmen der Ersten Hilfe zu vermeiden. In Notfallsituationen wie den oben genannten müssen derartige Erwägungen aber hinter der Erfordernis, den Patientinnen und Patienten bestmögliche medizinische Hilfe schnellstmöglich zukommen zu lassen, zurückstehen.
Die kostenlose Notrufnummer des öffentlichen Rettungsdienstes ist im Landkreis Bad Doberan:
112
Erste-Hilfe-Material für AktivistInnen
An den selbstorganisierten Sanitätsstationen in Rostock und Bad Doberan sind Erste-Hilfe-Materialien gegen Spende erhältlich, solange der Vorrat reicht:

letzte Aktualisierung: 18.06.2007