"Der Betrieb von Atomanlagen ist unsicher und grundrechtswidrig!"
Warum wir diesen Slogan, der auch Titel eines Buches ist, voll und ganz unterstüzen, erfahren sie hier. Neben kurzen Texten zu den einzelnen Aspekten der Nutzung der Atomenergie haben wir exemplarisch weiterführende Links eingefügt.
Uran
Urangewinnung
Rund 70% der weltweiten Uranvorkommen finden sich auf dem Land indigener Gesellschaften, deren Kulturen durch den Uranabbau radikal zerstört werden. Schon beim Abbau und der Aufbereitung von Uranerz werden große Mengen radioaktiver Substanzen an die unmittelbare Umgebung der Bergwerke abgegeben. Riesige Landstriche in Australien, Kanada und Namibia sind durch die Uranerzgewinnung bereits verwüstet und radioaktiv verseucht. Die Menschen in diesen Gebieten leiden häufig an Krebs, Immunschwäche und anderen strahlenbedingten Krankheiten, oder sie kommen mit Behinderungen zur Welt. Die Bergleute und AnwohnerInnen erkranken z.B. an Lungenkrebs, verursacht durch das radioaktive Gas Radon, welches bei der Uranerzgewinnung frei wird.
Brennelementherstellung
Eine Urananreicherungsanlage (UAA) gibt es auch hier in der BRD: in Gronau (NRW).
Atomkraftwerke
Jedes laufende Atomkraftwerk kann jederzeit zu einem neuen Tschernobyl werden. Es gibt keine absolut sichere Technik. Bereits durch den Normalbetrieb von Atomanlagen (d.h. wenn für die Betreiber alles nach Plan läuft) werden Mensch und Umwelt geschädigt: durch radioaktive Emissionen. Mehrfach wurde nachgewiesen, dass in der Umgebung von Atomkraftwerken und Wiederaufarbeitungsanlagen die Leukämierate bei Kindern erhöht ist - was von den Hofgutachtern der Atomindustrie immer noch bestritten wird.
Störfälle ereignen sich permanent, wie im vergangenen Jahr in Philippsburg oder kürzlich in Brunsbüttel. Trotz der fortgesetzten Lügen und Vertuschungen dürfen die Atomfirmen ihre Kraftwerke weiter betreiben - obwohl das Atomgesetz die "Zuverlässigkeit der Betreiber" verlangt.
Durch Reaktorkatastrophen wie in Tschernobyl werden ganze Landstriche für lange Zeit unbewohnbar.
In Deutschland bestehen zur Zeit folgende Atomkraftwerke (die Links führen zu örtlichen Widerstandsgruppen):
Dazu kommen Forschungsreaktoren in Karlsruhe und München-Garching.
CO2-Bilanz
Beim Abbau und Transport des Urans, bei der Herstellung der Brennelemente, beim Transport frischer und abgebrannter Brennelemente und beim Bau der Reaktorkuppeln und Kühltürme werden große Mengen an CO2 freigesetzt. Das Atomforum behauptet, Atomkraftwerke seien notwendig, um dem Klimawandel zu begegnen. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Atomtechnologie schädigt das Klima. Durch den AKW-Bau, durch Uranbergbau, durch Transporte rund um den Erdball und vieles mehr wird CO2 freigesetzt. Durch den Betrieb von Wiederaufarbeitungsanlagen entsteht radioaktives Krypton-85, welches ebenfalls Klimaveränderungen hervorruft.
sogenannte "Wiederaufarbeitung"
Der Begriff der "Wideraufarbeitung" suggeriert, es würden aus verbrauchten Kernbrennstoff wieder neu- und vollwertige Brennelemente hergestellt. Zwar lassen sich einige Produkte aus der "Wiederaufarbeitung" tatsächlich in neuen sogenannten MOX-Brennelementen verwenden, machen diese jedoch zu nur minderwertigen und unter großer Vorsicht zu verwendenden Energieträgern.
Viel attraktiver ist der Prozess der "Wiederaufarbeitung" für die Betreiber wegen der Abtrennung des schon während des Einsatzes der Brennelemente im Atomkraftwerk entstandenen Plutonium. Plutonium wird für die Produktion von Atomwaffen benötigt und ist darum ein willkommenes Produkt der angeblich friedlichen Nutzung der Atomenergie.
Auch die Wiederaufarbeitung stellt also keinesfalls die Lösung des Atommüllproblems dar. Auch bei diesem Verfahren werden radioaktive Stoffe an die Umgebung der Anlagen abgegeben, die Menge des zu lagernden radioaktiven Mülls wird noch um ein Mehrfaches vergrößert und es werden kernwaffentaugliche Substanzen abgetrennt und zur Verwendung bereitgestellt.
Der Bau einer deutschen "Wiederaufarbeitungsanlage" im pfälzischen Wackersdorf konnte nur durch den massiven und - bei aller möglichen Kritik an gewaltsamem Vorgehen - bewaffneten Widerstand der Bevölkerung verhindert werden.
Zwischenlagerung
In Deutschland bestehen zur Zeit folgende Zwischenlager:
An zahlreichen Atomkraftwerken werden zur Zeit sogenannte Standortzwischenlager erbaut. Neben einer massiven Vergrößerung der Gesamtlagerkapazität kann dadurch für lange Zeit auf einen Teil der Atommülltransporte verzichtet werden, die durch den erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung immer wieder die Gefährlichkeit der Atomenergie ins Blickfeld der Öffentlichkeit brachten.
Endlagerung
Der in Atomkraftwerken entstehende Müll stellt für hunderttausende von Jahren ein unberechenbares Risiko dar. Es gibt keinen Ort auf der Erde, wo er sicher gelagert werden kann.
Da für den Betrieb von Atomanlagen eine "geregelte Entsorgung" gesetzliche Voraussetzung ist, wurde der Begriff der "Eignungshöffigkeit" herangezogen. Dies bedeutet im konkreten Fall, dass trotz der offensichtlichen Mängel des Gorlebener Salzstocks eine gewisse Möglichkeit behauptet wird, dass eine wie auch immer geartete Eignung als Endlager bestehen könnte. Diese herbeigeredete "Eignungshöffigkeit" genügt offenbar als wesentliche Grundlage für die weitere ungehinderte Produktion von Atommüll.
Ausstieg aus der Atomenergie?
Der zwischen Regierung und Energiekonzernen ausgehandelte "Atomkonsens" regelt nicht den Ausstieg aus der Atomenergie, sondern den ungestörten Weiterbetrieb der Atomkraftwerke für mindestens 35 Jahre. Die finanziellen Interessen der Großkonzerne wurden dabei über den Schutz des Lebens gestellt. Für eine solche Vereinbarung gibt es in der Bevölkerung keinen Konsens. Was schon von der damaligen rot-grünen Bundesregierung als Atomausstieg verkauft wurde, ist lediglich eine Bestandsgarantie für Atomanlagen. Gleichzeitig werden 15 Atommüll-Zwischenlager und damit neue Atomanlagen gebaut. Die Atomindustrie machte kürzlich unmißverständlich deutlich, dass sie auch nach dem Regierungswechsel am Atomkonsens festhalten will - eindeutiger kann man wohl kaum zeigen, wessen Interessen hier verwirklicht wurden. 35 Jahre und mehr sind kein Ausstieg!
Atommülltransporte
Energiewende
Ein sofortiger Ausstieg ist möglich. Unser Energiebedarf könnte, in Deutschland sowie weltweit, schon kurzfristig ohne Atomstrom gedeckt werden. Wind, Sonne und Wasser liefern uns umweltverträgliche, regenerative Energie; und selbst fossile Brennstoffe haben eine bessere CO2-Bilanz als Atomkraftwerke, wenn sie in dezentralen Heizkraftwerken mit modernen Filteranlagen verbrannt werden. Schon heute können alle, die das möchten, ihren persönlichen Atomausstieg vollziehen. Informationen zu ökologischen Stromanbietern finden sich unter www.x1000malquer.de/stromwechsel.html .